IST WISSEN WIRKLICH = MACHT?

Ein bekanntes Sprichwort lautet: “Wissen ist Macht!”! Weil die meisten Menschen auch daran glauben, stopfen sie ein Wissen nach dem anderer in sich hinein. Und dann sind sie bitter enttäuscht, wenn die „Macht” ausbleibt.

Ja, wenn Wissen wirklich Macht wäre (oder zur Macht führen würde), müssten Wissenschaftler und Professoren die mächtigsten Menschen sein. In Wirklichkeit findet man aber die Mächtigsten in der Wirtschaft und Politik. Also stimmt an der Aussage etwas nicht. Was, und warum wohl?

Wissen, besonders viel Wissen kann auch sehr leicht Ballast werden, nämlich dann, wenn der WISSENDE sein Wissen nicht verwertet, oder zu verwerten weiß. Der Weg vom Wissen zum Verwerten-Können läuft nämlich in drei Phasen ab: Lernphase, Erprobungsphase und Anwendungsphase. und diese durchlaufen wir in der Regel, aber meist ohne es wahrzunehmen. Schulen, Universitäten und Seminare vermitteln ihren Teilnehmern meist nur das Wissen. In nur sehr wenigen Fächern der Schulen und Universitäten wird das KÖNNEN auch trainiert, also die praktische Anwendung und Verwertung des vorher erlernten Wissens. Ich erinnere mich noch heute daran, dass ich als Schüler mit meinen Klassenkameraden in der Geometriestunde aus der Schule herausgeführt wurde um mit dem Theodoliten die Höhe des nahen Kirchturmes zu be­rechnen. So etwas bleibt in der Erinnerung haften. Ich wäre auch heute noch in der Lage, dieses Experiment wiederholen. Es ist für mich von einem WISSEN zum KÖNNEN geworden. Werfen wir einen Blick auf die drei Phasen, in denen wir gewöhnlich vom WISSEN zum KÖNNEN gelangen.

Die “Lernphase“:

Lehrgänge vermitteln Wissen und führen nur in beschränktem Umfang an das Können heran. Auch das Seminar der Großmann-Methode geht so vor. Der Teilnehmer erfährt, wie er es machen muss,  um zum gewünschten Erfolgserlebnis zu kommen. Es ist dieses die Lernphase. Dabei kann durchaus auch Thema sein, wie man dieses Wissen in die eigene Lebenspraxis übertragen kann. Wenn der Teilnehmer es aber nur während der Lernphase auch wirklich tut, bleibt es nur sein Wissen und daher reine Theorie, die ihn keinen Schritt weiter bringt. Denn KÖNNEN ist immer ein TUN!

Die “Erprobungsphase”:

Es muss nun eine zweite Phase folgen: die Erprobungsphase! Zwei Menschen wenden nämlich das gleiche Wissen in der Praxis verschieden an. Die Ursache dafür sind die unterschiedlichen persönlichen Veranlagungen und Begabungen. Erst in der Erprobungsphase lernt der Mensch, wie er mit seiner individuellen Veranlagung und Begabung das erworbene Wissen in seine Lebenspraxis integrieren kann, wenn er das überhaupt will! Dabei sucht und findet er seinen persönlichen Weg. Auch wenn es nach außen den Anschein hat, dass zwei Menschen das gleiche Wissen auch gleich anwenden, so ist das nur das äußere Bild. Denn was der Betreffende dabei denkt und fühlt, ist ihm meist nicht anzusehen. Nur wenn sich der Mensch von der Praxis der Wissensverwertung angesprochen fühlt, wird er das Tun angenehm in Erinnerung behalten, es wird haften bleiben.

Die “Anwendungsphase”

Erst wenn der Mensch mit der Erprobungsphase seinen ganz individuellen Weg gefunden hat, wie er sein Wissen in der täglichen Praxis auch verwerten kann, folgt die letzte, die Anwendungsphase. In dieser Phase ist aus dem WISSEN wie etwas funktioniert, schließlich das persönliche KÖNNEN geworden, dieses Wissen auch praktisch anzuwenden.

Und die Konsequenz? Vielen Menschen ist der Weg von der Lern- bis zur Anwendungsphase unbekannt. In vielen Seminaren wird er aus verständlichen Gründen auch nicht erläutert. Daher entdecken wir immer wieder Menschen, die genau wissen, wie etwas gehen muss und sogar vehement dafür eintreten, dass es so (von anderen Menschen) gemacht wird, viel geringer ist die Zahl derer, die mit der praktischen Anwendung ihres Wissen so lange experimentieren (Erprobungsphase). bis sie es mit ihrer eigenen Begabung individuell durchführen können und es auch tun.

Die “Großmann-Methode” hat aus diesem Grund bewusst die Arbeit in den Gilden gefordert, wo Erprobungsphase und Anwendungsphase im Vordergrund stehen. Hier wird der Weg vom Wissen zum Können immer wieder praktisch trainiert. Damit wird das erworbene Wissen zu einer Macht die im Beruf oder Privatleben zum Wohle aller angewendet werden kann.