Pygmalion – Effekt: schon gehört?

Wunsch – Erwartung – Glaube

In vielen Dingen unseres täglichen Lebens haben wir eine feste Vorstellung, wenn wir an sie heran gehen. Aus einem Wunsch wird eine Erwartungshaltung und, und wenn sie in unserem Denken ausreichend manifestiert ist, wird sich diese Vorstellung auch realisieren.

Die Alten wussten schon Bescheid. Von Buddha wird überliefert, dass er gesagt hat: “Was Du denkst, das wirst Du!”, und die Bibel schreibt “Dir geschehe nach Deinem Glauben!” Daraus folgt: Alles was wir sind, ist das Ergebnis dessen, was wir gedacht haben, es liegt in unseren Gedanken begründet und ist auf unseren Gedanken aufgebaut. Hier ist aber weiter zu berücksichtigen, entsprechen unsere Vorstellungen unseren eigenen Gedanken oder wurden sie uns von anderen einsuggeriert? Diesem Mittel bedient sich vorwiegend die Werbung, aber auch vor unseren guten Freunden Verwandten oder Bekannten sind wir nichtsicher.

In der Arzneimittelforschung wurde, festgestellt, dass bei Verabrei­chung von Placebos (Kalk- oder Zuckertabletten) anstelle des Medikamentes an Versuchspersonen vielfach etwa gleich gute Heilerfolge erzielt wurden. Der Glaube an die Wirksamkeit der Tablette hatte dem Kranken geholfen.

Unsere innere Einstellung zu den Dingen schlägt sich auch auf unsere Umgebung nieder. In der nonverbalen oder subjektiven Kommunikation erfassen wir von unseren Partnern wie sie zu uns oder zu der Sache stehen. Dies geschieht nicht durch direkte Wahrnehmung, sondern wir spüren es über subjektive Empfindungen, die oft jeder Einzelne etwa anders definiert. Wir erkennen auch, dass wir mit unserem Denken unser  Verhalten steuern können. Jede Verhaltensänderung erfordert zuerst eine Veränderung in unserem Denken..

Wünsche, Erwartungen und Glaube sind Begriffe, die Gefühle ausdrücken, sind sie deshalb nichts Wirkliches? Wir können diese Energien bewusst einsetzen und steuern damit auch unser Denken und unser Unterbewusstsein.

Wie sieht es aus, wenn wir sagen: ich wünsche …., ich hoffe…., ich glaube …..
oder ich wünsche nicht …, ich hoffe nicht …. ich glaube nicht ….?
Welche Erwartungen haben wir, wenn wir das kleine Wort “nicht” an unsere Hoffnungen hängen? Ist es dann wunderlich, wenn alles schief geht?

Wenn wir erwarten, dass wir durch nasse Füße einen Schnupfen oder die Grippe bekommen, werden wohl beide nicht lange auf sich warten lassen. In einem Vortrag sagte der Referent, er habe es satt gehabt in jedem Frühjahr und Herbst den Schnupfen zu haben und habe gesagt “Jetzt ist Schluss:” das war 5 Jahre her und hatte geholfen.

Der Glaube ist die Kraft, die Hindernisse ausschaltet, die der Verwirklichung unserer Vorstellungen entgegenstehen. Die Kraft des Glaubens ist stärker als Muskelkraft und sonstige äußere Mittel, wir müssen diese Kraft nur richtig anwenden. Gezielter Glaube verleiht den Gedanken Durchschlagskraft und Selbstvertrauen. Der Glaube ist eine Geisteshaltung. Was wir brauchen ist das Vertrauen auf uns selbst und auf das Unendliche.

Wer eine Lüge immer wieder erzählt, wird sie endlich selbst glauben so kann man sich selbst ins Unglück denken. Das Unterbewusstsein unterscheidet nicht zwischen konstruktiven und destruktiven Gedanken, sähen wir Furcht und Zweifel, werden diese genauso realisiert, wie es mit Vertrauen und Zuversicht geschieht. So vollendet sich das Ganze gleich einer sich selbsterfüllenden Prophezeiung. Sie wirkt positiv oder negativ, je nachdem, wie sie geprägt wird. Solange wir nicht begreifen was passiert, ist unser bewusster Wille machtlos.

Pygmalion war ein sagenhafter König und Bildhauer von Zypern. In seiner Vorstellung hatte er das Bild der idealen Frau und schuf demgemäß ein Standbild und verliebte sich in sie. Als Galathea wurde sie durch Aphrodite zum Leben erweckt. Die Forschung hat der Erwartungshaltung des Pygmalion seinen Namen gegeben.

Erwarten wir von unseren Freunden und Mitmenschengute Taten, so werden sie diese auch vollbringen. Wir können mit gutem Beispiel vorangehen und unseren Partnern mit einer positiven Erwartungshaltung Nutzen bieten.

Wenn wir aus dem Pygmalion-Effekt Lehren ziehen wollen, so gehört dazu:

  • Was wir unseren Mitmenschen zutrauen,
    entscheidet über seine Leistung und Entwicklung
  • So wie wir unseren Kindern positive Impulse geben,
    werden sie sich entwickeln.
  • Unseren Freunden und Partnern, mit denen wir uns
    öfter und länger beschäftigen, geben wir mehr Hilfe und
    Förderung als anderen, die wir vielleicht nicht mögen.
  • Erwarten wir von Menschen hohe Leistungen,
    geben wir auch oft unbewusste Hilfestellung
    bei den Aktivitäten, so werden sie auch unseren
    Vorstellungen besser gerecht.

Erkennen wir die Vorteile unserer Verhaltensweisen, können wir davon regen Gebrauch machen und zum Nutzen unserer Mitmenschen anwenden. Der Reichtum, den wir ernten liegt in unserem Inneren.