Selbsterkenntnis + Selbstentfaltung = Selbstmanagement

Selbstmanagement ist ein Modebegriff. Er ist in vielem Munde, wird aber kaum richtig verstanden und noch weniger richtig angewendet. Er sollte aussagen: sich selbst, seine Handlungen und damit seine eigenen Wirkungen erfolgreich steuern. Selbstmanagement setzt daher Selbsterkenntnis voraus, das sollte daraus klar hervorgehen.

Dr. Gustav Großmann, der eigentliche Vater der modernen Erfolgsmethoden stellte in einem seiner Bücher die lapidare Behauptung auf: “die meisten Menschen ziehen den Selbstmord der Selbsterkenntnis vor”.

Ist das wirklich so?

Zunächst gilt es einmal festzustellen, dass Selbsterkenntnis gar nicht so einfach zu erlangen ist. Wirkliche Selbsterkenntnis sollte mir ein objektives Bild von mir liefern und das ist eben das Problem. Ich bin kein Objekt, sondern vielmehr ein Subjekt. Objektive Wahrheiten, Bilder oder Erkenntnisse kann es daher für mich gar nicht geben. Wir alle haben immer ein subjektives Bild, eine ebensolche subjektive Erkenntnis und können uns nur durch geeignete Vorgehensweisen angenähert objektive Bilder von uns, von unserer Umgebung und daher auch von dieser Welt machen. Das erfordert ein wenig Übung, die man sich aber aneignen kann, um sich nicht nur durch die eigene (und daher immer subjektive) Brille zu sehen. Voraussetzung dazu ist allerdings zunächst auch einmal die subjektive Einsicht, dass es keine objektiven Bilder, Vorstellungen und Wahrheiten gibt.

Was und wie ich heute bin, hat seine Wurzeln in meiner persönlichen Veranlagung – sprich Begabung – und in den Einflüssen, die auf mich während meines Lebensweges gewirkt haben, vielfach sagen wir auch “Erziehung” dazu. Und in der Tat haben in der Vergangenheit viele solche Erziehungseinflüsse auf jeden von uns eingewirkt: das Elternhaus, die Kirche, die Schule, die Universität, die Militärzeit, Vorgesetzte im Betrieb und unsere Mitarbeiter, Führungskräfte und Mitglieder in Vereinigungen und Verbänden, Freunde, Verwandte und Bekannte – und nicht nur sie! Alle Informationen, die wir wahrnehmen, prägen uns, meist nicht sofort aber doch nach und nach: Radio, Fernsehen, Zeitungen und Zeitschriften, Bücher und vieles andere mehr.

All das muss ich wissen, wenn ich mich selbst besser kennen lernen und gar auf mein Verhalten Einfluss nehmen will, mich ändern will! Offenbar ist hier auf dem Lebensweg vieler meiner Mitmenschen durch “Fremderziehung” sehr viel Unheil angerichtet worden, viel mehr, als ich bei mir, auf meinem eigenen Lebensweg feststellen kann. Wenn ich zu einem einigermaßen realistischen Bild von mir selbst gelangen will, muss ich untersuchen, was von all den Einflüssen in mir noch vorhanden ist, selbst wenn es verschüttet oder überdeckt worden ist.

Nicht nur Fremde haben mich “erzogen”, auch ich selbst bin an dieser Arbeit beteiligt. Ich kann mich noch sehr gut an eine Begebenheit in meiner Jugend erinnern: schon in sehr jungen Jahren habe ich mich schriftstellerisch betätigt. Aber meine Schrift gefiel mir nicht für meine eigenen “Werke”. Damals gewöhnte ich es mir an, mit “Druckschrift” zu schreiben. Meine heutige Schrift ist daraus geprägt worden. Ich habe mir eine ordentliche Schrift angewöhnt. Da aber Schriftbild und Charakter miteinander zusammenhängen, ist damals noch etwas anderes geschehen.

Jeder Mensch, der einmal über sich selbst nachzudenken beginnt, wird ähnliche Erlebnisse berichten können. Das heißt, dass wir alle einmal in unserem Leben von außen oder auch von innen Impulse erhalten haben, die uns zu einem mehr oder minder erfolgreichen “Selbsterziehungsprogramm” geführt haben.

Eine Methode, die uns hier auf den richtigen Weg zur Erkenntnis zu führen vermag ist die Großmann-Methode mit ihrer „Persönlichen Situationsanalyse“, als ein geniales Kernstück in Form einer Selbstanalyse, die wesentlich zu einer Selbsterkenntnis führt.

Hier kann ich mich selbst analysieren, beurteilen? Ja – aber wir unterliegen alle momentanen Stimmungen. lediglich das Ausmaß der Schwankungen und ihre Dauer ist individuell unterschiedlich. Daher kommt es, dass wir, wenn wir uns an unsere Vergangenheit erinnern, einmal fast nur frohe, das andere Mal fast nur niederdrückende Erlebnisse zutage fördern. Weder das eine, noch das andere ist richtig, es sind unsere subjektiven Bilder, die in uns aufsteigen und von unserer augenblicklichen Stimmung gefärbt werden. Wenn wir einigermaßen richtige Erkenntnisse gewinnen wollen, müssen wir daraus die Konsequenzen ziehen: wir müssen unsere Persitana mehrfach durcharbeiten. Am besten planen wir diese Aufgabe im Rahmen des Jahresplanes abschnittweise in die verschiedenen Monate des Jahres hinein und führen sie dann auch konsequent durch. So können wir auch für uns ein persönliches Änderungsprogram zur Selbsterziehung festlegen.

Wenn wir so vorgehen – und ich exerziere dieses Verfahren bereits eine Reihe von Jahren mit Erfolg – machen wir uns von zufälligen Stimmungen frei. Kennen wir nicht alle das Gefühl, heute etwas Bestimmtes nicht aufgreifen zu wollen, weil wir keine Lust dazu haben? Gehen wir doch auch ruhig einmal recht unlustig an die Überarbeitung unserer Persitana! Wir werden feststellen, dass es sich gelohnt hat. Auf einmal sehen wir ein bestimmtes Erlebnis “mit ganz anderen Augen”, geht uns auf einmal “ein Licht auf, welche Dinge zu dem einen oder anderen Ergebnis zusammen gewirkt haben. Wir sehen uns und wir sehen unser Leben auf einmal ganz anders.

Und es gibt noch einen weiteren Schritt, der uns an ein angenähert objektives Bild heranführen kann: sprechen wir mit einer Person unseres absoluten Vertrauens über unsere Erlebnisse bei der Bearbeitung der Grundanalyse. Besonders wertvoll wäre es, wenn diese Vertrauensperson bereits die Regeln der “Ich-Botschaften” beherrschen würde. Das heißt, bei seinen Antworten und Gegenfragen dürfen wir uns nie verletzt oder angegriffen fühlen. Das ist dann der Fall, wenn unser Gegenüber nur seine eigenen Eindrücke und Empfindungen preisgibt, ohne eine Wertung dessen, was wir ihm vermittelt haben, vorzunehmen.

Warum machen wir unsere Selbstanalyse? Ist es genug, zu wissen, wie ich so geworden bin, wie ich bin? Ist es genug, zu erkennen, welche Begabungen, Fähigkeiten und Anlagen ich habe? Es ist doch sicher wichtiger, daraus die Konsequenzen zu ziehen und tätig zu werden!

Tätig werden ist das Ziel, aber wir müssen das Richtige tun. Es gilt, sich Ziele zu erarbeiten. Es gilt den Weg zu den Zielen zu erforschen und es gilt, diesen Weg auch zu gehen. In diesem Sinne greifen die Arbeitsmittel der „Großmann-Methode” genial ineinander. Nutzen wir diese Arbeitsmittel.