Wann war Ihre letzte Inventur?

Man sollte sich öfter seine Situation gründlich (schriftlich) bewusst machen. Das heißt mit anderen Worten, Inventur machen, eine Standortbestimmung des eigenen Lebens vornehmen. Im Geschäftsleben sind wir das gewohnt, regelmäßig eine Bestandsaufnahme vorzunehmen, neuerdings nicht nur am Jahresschluss. Moderne Technik macht es möglich, immer häufiger, in nicht wenigen Firmen sogar täglich, alle relevanten Zahlen aufzuzeigen. Man kann besser und schneller agieren und reagieren.

Unser Leben ist sehr komplex. Unsere Standortbestimmung darf daher nicht einseitig sein. Wenn wir unsere Situation betrachten, dies geschieht in der Bearbeitung der “persönlichen Situationsanalyse” (PERSITANA) und der “beruflichen Situationsanalyse” (BESITANA), wird es immer von Vorteil sein, mindestens die wichtigsten Bereiche, zum Beispiel die Gesundheit, die eigene Entfaltung, die mitmenschlichen Beziehungen, den Beruf (Betrieb, Firma), das Vermögen etc. sowie auch den Wettbewerb auf allen Gebieten und die Umweltsituation im weitesten Sinne einzubeziehen. Die Analysen der Großmann-Methode helfen uns hier. Wenn wir sie einmal gründlich durchgeführt haben ist es leichter, sie zu überarbeiten oder zu modifizieren. Hierfür wird dann immer weniger Zeit beansprucht, aber wir werden an alle wichtigen Vorsätze und Vorhaben erinnert.

Jede Situationsanalyse wird zu einer Vielzahl von neuen Zielen führen. Manche Wünsche kann man sich rasch oder sofort erfüllen, für andere braucht man vielleicht erst bestimmte Voraussetzungen: neues Wissen, neue Kenntnisse oder Fähigkeiten oder Kapital oder Beziehungen und so fort. Was sollten wir aber eigentlich dringend tun, bevor wir uns auf den Weg machen?

Wenn ich ein Haus bauen möchte, dann werde ich nicht die Detailaufgaben anpacken, ich werde nicht Steine, Sand, Zement, Eisen, Holz, Rohre, Leitungen, Draht, Nägel, Fenster, Türen, Kacheln, Farbe, Steckdosen, Schalter, Maschinen und und … beschaffen und auf einen großen Haufen fahren lassen; ganz zu schweigen auch von den Detailaufgaben wie Finanzen, Verträge, Genehmigungen, geeignete Handwerker und so weiter. Nein, ich werde mir zunächst ein Bild von dem Haus machen, ich werde es als „Summe aller Teile” sehen, möglichst reichhaltig ausgeschmückt, schon mit seinen Balkonen, mit angrenzender Bepflanzung, Blumen, Sträuchern, Bäumen, dem geschützten Weg von der Garage ins Haus, die praktische Anordnung aller Räume, eventuell schon die künftige Nutzung bei veränderter Situation in 10 oder 20 Jahren und und ….

Wie wenig doch verhalten wir uns im Leben danach, zunächst eine Vision zu haben, eine Synthese zu ziehen aus den vielen Wünschen und Zielen, sie in ihrer Gesamtheit zu schauen, das Ganze ins Auge zu fassen. Dann erst werden die einzelnen Schritte, in richtiger, aussichtsreicher, zweckmäßiger Reihenfolge angepackt. Jeder Teilschritt bietet Genuss und Erfolgserlebnisse auf dem Weg zum Ganzen.

Auch Firmen haben unterschiedliche Abteilungen, Bereiche, Mitarbeiter, Zweigstellen und so weiter, aber ein Ziel.

Die Synthese aus allen Detailwünschen und Teilzielen der Analysen einer Persönlichkeit findet ihren Niederschlag im Lebenswunschbild und dem daraus resultierenden Lebensplan.

Oft verschwenden wir Zeit für nichtige Dinge, wir brauchen viel Zeit für tägliche Detail-Erledigungen. Wer nimmt sich jedoch adäquat die Zeit zu einer spannenden Fernsehsendung, vielleicht einer stundenlangen Sportübertragung einmal nur ebenso „wenig” Zeit, seine Lebensziele schriftlich zu erfassen? Wenn sie einmal niedergeschrieben sind, dann kann ich immer wieder daran feilen, sie berichtigen und ergänzen. Ich kann sie neuen Situationen anpassen, und ich kann auch Verhältnisse verursachen, die meinem großen Ziel dienen, die meiner „Vision” von meinem Leben gerecht werden. Erst dann kann ich in sinnvoller Weise auch größere Zeiträume planerisch aufteilen (Periodenplan). Erst dann werden Jahrespläne bewusste Gestaltungsteile von zwingender Durchführungsmotivation, und erst dann kann ich Monatspläne so anpacken und sie in Wochen- und Tagesziele aufspalten, dass sie Schritt um Schritt spürbar zu Glück und Erfolg führen.

Wenn wir anders vorgehen, dann verhalten wir uns so, als wenn wir erst einen Haufen Sand ankarren lassen (wohin eigentlich?), Zement bestellen, Nägel, Rohre, Eisen und und … siehe oben! Wäre es sinnvoll, danach erst zu klären, wie unser Haus eigentlich aussehen soll? Wo es stehen soll und wie ich mich darin wohlfühlen möchte?

Auch der ausgefeilteste Erfolgsplan für eine Aufgabe ist erst der zweite Schritt, den ich immer dann vor den ersten tue, wenn mir das Gesamtkonzept fehlt. Erfolgspläne, Wie-Pläne, Jahrespläne, Monatspläne, Wochen- und Tagespläne sollten eigentlich immer nur „Teilschritte” aus dem Gesamtkonzept und nicht spontane, vielleicht suggerierte, von außen angeregte Leistungen sein.

Wenn ich mir die Lebensvision erarbeitet habe, wenn ich über meine Zukunft groß gedacht habe, wenn ich hohe Ziele für Charakter, Wertbewusstsein, Partnerschaft, Leistung und Gegenleistung habe, wenn ich dann Mosaikstein um Mosaikstein zusammenfüge, dann werden mir auch die Hilfsmittel einer Erfolgsmethode mehr und mehr dienen, die ich sonst vielleicht nur stümperhaft nutzen kann.

Damit meine ich die Arbeit mit dem Unterbewusstsein, die Stimmungspflege, die Wunschpflege, die Pflege von Ideen und Kreativität, die Selbsterziehung, das Arbeiten mit Checklisten, mit Erfolgskontrollen. Dann wird mir „Nachbereiten” eine Quelle für geistige Reserven, für neue Ideen, für die erfolgreiche Einhaltung des Weges sein. Das Ganze im Auge behaltend werden mir auch mehr und mehr alternative Lösungen, die die Ziele leichter und ökonomischer erreichbar machen, am Wege begegnen. Das Ganze im Auge wird auch das Auge immer über den Tellerrand schauen lassen.

Die Folge von dieser Haltung wird sein, dass jede Planung mehr und mehr lohnt, da sie sich einfügt in ein Ganzes, sie ergänzt, greift ineinander. Der Erfahrungsschatz wird besser und besser verwertet.

Immer zielgerichteter (engpassorientierter) gehandelt, kommen beträchtliche Erfolgseffekte der eigenen Anstrengung entgegen. Die Entwicklung gewinnt an Dynamik, sie kann zu ungeahnten Ausmaßen anwachsen.

Auch die Nutzung der Großmann-Methode ist dann umfassender. Dann nämlich wird es sich für Sie ebenso auswirken, dass die „ganze Methode” mehr ist als die Summe ihrer Teile.