Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit

Zuverlässigkeit ist eine wesentliche Grundlage des Zusammenlebens und Zusammenarbeitens in jeder Gesellschaft und in jedem Unternehmen. Wer seine Verpflichtungen oder seine Aufgaben, die er übernommen hat, nicht oder nicht rechtzeitig erfüllt, ist unzuverlässig. Nicht nur im Beruf, auch im persönlichen Leben müssen wir mit Bedauern feststellen, dass sich auch hier ein Wertewandel vollzogen hat. Für viele Menschen gilt: Sie tun das, was sie mögen, so wie sie es mögen, wann sie es mögen und soviel wie sie mögen. Wie sich auf dieser Basis ein harmonisches Zusammenwirken im Unternehmen vollziehen lässt, kann jeder leicht erkennen, der Opfer eines derartigen zeitgerechten Verhaltens wurde.

Haben Sie sich schon einmal überlegt, warum so viele Menschen nicht zuverlässig sind?

  • Weil sie nicht zuverlässig sein wollen;
  • weil ihnen das für ihre Zuverlässigkeit entscheidende Können fehlt;
  • weil sie nicht wahrhaben wollen, dass sie nicht zuverlässig sein können;
  • weil ihnen die erforderliche Wertschätzung für die übernommene Aufgabe oder Person, gegenüber der sie zuverlässig sein sollten, abgeht;
  • weil sie die getroffenen Vereinbarungen vergessen haben;
  • weil sie zu bequem sind, getroffene Vereinbarungen zu halten;
  • weil sie sich und andere überfordern bzw. durch unrealistische Terminvorgaben überfordert und gestresst werden;
  • weil sie nur sich selbst sehen, nicht aber die berechtigten Interessen anderer;
  • weil sie mit sich selbst nicht in Ordnung sind, ihre eigentlichen Ziele und Aufgaben nicht erkannt haben oder erkennen wollen;
  • weil die Aufgaben, an denen sie arbeiten, mit ihren natürlichen Zielen und Interessen nicht übereinstimmen, sie nicht weiterbringen;
  • weil Zuverlässigkeit nur als lästige Pflicht angesehen wird und man sich deshalb, weil es eine Pflicht ist, dieser entziehen will.

Sicher mag es Situationen geben, in denen man ohne Verschulden auch einmal eine Zusage nicht einhalten kann. Aber sicher sind dies Ausnahmefälle, wie Tod, Unfall etc. und sollten es auch bleiben.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass durch die moderne Bürotechnik, der Einsatz von PC’s eingeschlossen, die Betriebsabläufe und die Zusammenhänge transparenter gestaltet wurden. Verschiedene Arbeitsabläufe konnten sogar vollständig von den Einrichtungen der Datenverarbeitung übernommen werden. Nur dort, wo es auf die individuelle Arbeitsleistung einzelner – oder vieler – Mitarbeiter ankommt, wo es kreative bzw. innovative Aufgaben zu lösen gilt, wo es neue Lösungswege zu finden gilt, da wird auch in absehbarer Zeit der zuverlässige und leistungsstarke Mitarbeiter gefragt sein. Gerade im Kreise der 20 – 40-jährigen findet man sehr häufig Arbeitnehmer, aber auch Studenten, die unter einer auffallenden Leistungsschwäche und unter Konzentrationsmängeln leiden und bei denen die Einstellung zu sich selbst, zur Arbeit, zum Arbeitgeber und zur Firma, in der und mit der sie arbeiten. Und was weder die Arbeitgeber noch die Betroffenen selbst wahrhaben wollen; es sind vielfach Einflussgrößen, die außerhalb von Ausbildung und Berufsarbeit liegen, die für die abgeschwächte Leistungsfähigkeit ursächlich sind. Neben der Einstellung zur Arbeit und zum Leistungsergebnis wird die individuelle Leistungsfähigkeit aber auch vom leistungsbezogenen Problembewusstsein, von der Übereinstimmung des Leistungsstrebens mit den persönlichen Wunsch- und Zielvorstellungen, von der Gesundheit, vom Können, bestimmte Leistungen zu erbringen, von den Mitarbeitern, Vorgesetzten, der Firmenleitung, von den Umständen, unter denen die Leistung zu erbringen ist, von der Fähigkeit, sich im Wettbewerb mit anderen zu behaupten, vom Wert der Aufgabe bzw. Leistung für andere bestimmt.

Wer sich mit dieser Problemstellung einmal beschäftigt hat, hat sehr schnell feststellen können, dass in der breiten Palette von Weiterbildungsseminaren der fachtechnische Bereich i. d. R. überbetont und die vorgenannten Themenbereiche, wie sie z. B. in dem Seminar für Arbeitsmethodik als Teil der Großmann-Methode offeriert werden, oft zu kurz kommen. Dabei wirken sich gerade diese Seminare nicht nur vorteilhaft für die Unternehmen sondern auch für die betroffenen Mitarbeiter aus. Die Auswirkungen von Fehlleistungen, Betriebsunfällen, technischen Pannen, die in vielen Fällen auf “menschliches Versagen” zurückzuführen sind, lassen deshalb zuverlässige und leistungsstarke Mitarbeiter in allen Ebenen betrieblichen Geschehens besonders gefragt sein.