Der Wie-Plan

Abwägen und entscheiden

Sich Gedanken machen über die Tragweite eines Vorhabens. Das Für und Wider abwägen. Unsicher sein. Aufschreiben. Aber noch nicht entscheiden. Lieber noch einmal nachdenken. Morgen weiter bearbeiten. Für Großmann-Methodiker ist es der Wie-Plan. Wie immer auch ein Plan benannt wird, was allein zählt, sind schriftliche Ausarbeitungen, die zu einer überlegten Entscheidung führen.

 

Erfolgsplanung in 10 Schritten

Von Harald Feld

Mit Hilfe der Wieplantechnik können wir Ziele einfacher, schneller und mit minimalem Aufwand erreichen. Im internen Sprachgebrauch verwenden wir den Begriff Wie-Plan, der nur schwer durch einen anderen Begriff ersetzbar ist.

Die Zielplanung beschreibt nur einen Teil des Wieplans, die Zielplanung besteht im zweiten Teil aus dem Ziel-Erfüllungsplan, dem Ziel-Erreichungsplan und dem Handlungsplan.

  1. Schritt: Motivation / Beweggründe

Die Ursache einer Handlung ist der

  • Wunsch etwas zu ändern, ein Bedürfnis zu befriedigen.
  • Was fehlt mir?
  • Was stört mich?
  • Was möchte ich ändern?
  • Was muss ich beschleunigen?
  • Was ärgert mich?
  • Welchen Nutzen möchte ich bieten?
  • Wo leide ich unter Wertemangel oder Wertverlust?
  • Was will ich erreichen? (z.B. inneren und äußeren Reichtum)

Diese Fragen ergeben sich aus

  • der Persitana (Persönliche Situationsanalyse)
  • der Besitana (Berufliche Situationsanalyse)
  • dem Lebens-, Perioden-, Jahresplan
  • Kurzfristigen Alltagsaufgaben
  • (Herzens-)Wünschen

Ich schreibe nieder, welches Bedürfnis mich zum Handeln zwingt oder motiviert und warum.

  1. Schritt – Vorbereitung

Ich suche eine störungsfreie Umgebung, in der die Kreativität angeregt wird. Ein ruhiges aufgeräumtes Arbeitszimmer, Terrasse oder Balkon mit Blick in die Natur, usw. Ich versetze mich in positive Stimmung und bereite Papier, Schreibmittel, PC oder Schreibmaschine vor. Ich lege alle Notizen, die das Thema betreffen, bereit. Ich freue mich auf die Erstellung eines erfolgreichen Wieplans.

  1. Schritt – Beschreibung des Minus-Zustands

Ich schreibe möglichst detailliert auf, wie die aktuelle Situation ist, die ein Bedürfnis oder einen wirksamen Mangel beinhaltet oder begründet. Wichtig sind alle Randbedingungen, die die Situation zementieren, die das Bedürfnis erzeugt haben. Ich stelle nicht nur den Ist-Zustand dar, sondern auch negative Erwartungen und mögliche Gefahren.

  • Wie empfinde ich die Situation? Was habe ich getan oder unterlassen, dass diese Situation eingetreten ist?
  • Welche Gefahren sind zu bestehen?
  1. Schritt – Beschreibung des Plus-Zustands

Ich schreibe nieder, wie die Situation aussieht, wenn das Bedürfnis gestillt oder der Mangel behoben ist. Wichtig sind alle neu entstandenen Randbedingungen und entstandene Werte.

Was bedeutet mir die Erreichung des Ziels? Wie sieht der Nutzen, der Wertegewinn aus? Ich habe erreicht, dass… (=Überkompensation) Wichtig ist: Emotional formulieren. Alle Minus-Zustände müssen überkompensiert werden. Achtung!! – An dieser Stelle beschreiben Sie keine Mittel- und Maßnahmen, sondern nur die Ziele.

  1. Schritt – die Zielformulierung

    Aus den Beschreibungen der Plus-Zustände werden alle Aussagen in einer Überschrift zusammengefasst. Der möglichst genau beschriebene Weg von Schritt 3 zu Schritt 4 stellt den Plan zur Lösung des Problems dar.

Im diesem S. Schritt beschreiben wir den Lösungsweg in einem Satz. Das ist wichtig, zwingt zur Kondensation und Konzentration der Gedanken und macht den Wunsch im Herzen lebendig. Die möglichst konkrete Formulierung ist die Zielsetzung. Ich möchte von wo nach wo! Ich möchte welchen Nutzen erzeugen. Ich werde das Ziel in einem definierten Zeitrahmen erreicht haben.

Mein Ziel muss mich begeistern, konkret sein und Nutzen für mich und andere beinhalten. Gustav Großmann formulierte in „Das Wieplanen”: „Ich stelle mir vor, das Ziel wäre bereits in idealer Weise verwirklicht und beschreibe das Bild des in idealer Weise verwirklicht vorgestellten Zieles.”

  1. Schritt – Prüfung der Zielsetzung

Ich muss überzeugt sein, dass die Zielsetzung wesensgemäß ist. Das bedeutet: Entspricht die Zielsetzung meiner Lebensplanung oder Lebensausrichtung? Passen die möglichen Ergebnisse des Plans in mein Wertesystem? Entsprechen sie meiner Erwartung eines Wertzuwachses? Ist das Ziel realistisch?

Wenn ich überzeugt bin, dass das Ziel wichtig und wesensgemäß ist, denke ich nochmals darüber nach, welchen Nutzen die Zielerreichung mir und anderen bringt und schreibe die Gedanken auf.

  1. Schritt – die Mittel

Ich skizziere die Mittel.

  • Was brauche ich zur Erreichung des Ziels?
  • Welche Voraussetzungen zum Erreichen des Ziels sind vorhanden, was muss ich noch beschaffen?
  • Welche Eigenschaften und Fähigkeiten sind für die Zielerreichung zwingend notwendig?
  • Welche sind bei mir vorhanden? Welche muss ich erwerben? In den Fällen, in denen dies nicht möglich ist, benötige ich externe Hilfe!
  • Welches Wissen ist notwendig?
  • Welches Wissen habe ich schon, welches muss ich erwerben?
  • Welche körperliche, geistige und seelische Energie ist notwendig?
  • Wie kann ich welche Energie tanken?
  • Wer kann mir helfen? Förderer, Freunde, Experten, Familie?
  • Welche Geldmittel und Sachmittel muss ich einsetzen? In welchem Zeitablauf soll das Ziel erreicht werden?

Kontrollfrage: sind die Mittel realistisch beschaffbar?

  1. Schritt – die Maßnahmen

Die Beschaffung der Mittel und die einzelnen Aktionen auf dem Zielweg erfordern Maßnahmen, die in Handlungen umgesetzt werden müssen. Nicht die Vorsätze und Wünsche führen zum Ziel, sondern zielgerichtetes, konsequentes Handeln. Alle Mittel haben Maßnahmen zur Folge, sonst würde ich sie nicht benötigen

Ich skizziere die Maßnahmen und -teile sie soweit wie möglich in Teilmaßnahmen und einzelne Handlungen auf Gibt es eine zwingende Reihenfolge für die Erledigung der einzelnen Maßnahmen?

Ich prüfe alle Maßnahmen, ob sie realistisch und durchführbar sind. Was tue ich, wenn einzelne Maßnahmen nicht durchführbar sind? Gibt es Ersatzmaßnahmen? Ändert sich die Zielsetzung? Muss der gesamte Wie-plan neu konzipiert werden? Kontrolle: Sind für die geplanten Maßnahmen alle Mittel vorhanden oder eingeplant?

  1. Schritt die aussichtsreichsten Züge

  • Welche Maßnahme oder welche Maßnahmen entscheiden zum jetzigen Zeitpunkt über Erfolg oder Nichterfolg des Wieplans?
  • Welche Maßnahmen und Handlungen sind notwendig, damit ich auf den Zielweg gelange oder auf ihm fortschreite?

Diese sind die aussichtsreichsten Züge, die mich am schnellsten zum Ziel bringen. Denken wir daran, dass auf dem ‚Lebensweg’ des Wieplans immer neue Maßnahmen ‚aussichtsreich’ werden! Daher benötigt der Wieplan eine permanente Nachbereitung.

  1. Schritt – die Nachbereitung

Nachbereitung ist eigentlich nicht der richtige Begriff, es müsste Weiterbearbeitung heißen. Nach Fertigstellung des Wieplans diskutiere ich diesen mit wem? Wir alle benötigen konstruktive Kritik!

Ich trage das Wieplanziel in das entsprechende Formular des Glückstagebuchs ein und organisiere die Wiederbegegnung mit der Zeitplanung. Bei jeder Wiederbegegnung arbeite ich erneut die Fragen der Schritte 1, 3 und 4 durch und verbessere evtl. die Zielformulierung. Ich denke immer daran: Ein Lebensziel lebt! Es bewegt sich und stellt sich ständig auf neue Voraussetzungen und Möglichkeiten ein.

Ich löse die Maßnahmen weiter in Teilaufgaben auf. Ich unterteile soweit wie nötig und so wenig wie möglich. Wenn die Auffächerung zu weit getrieben wird, geht der Überblick verloren. Sind neue Hindernisse für die Durchführung des Wieplans aufgetreten? Wie kann ich sie beseitigen? Was ist zu tun, wenn die Durchführung des Wieplans scheitert?

Wenn das Ziel erreicht ist, genieße und feiere ich den Erfolg und danke allen, die mir dabei geholfen haben!

Wie bei allen Tätigkeiten, erst die Übung macht den Meister. Ein guter Wie-Plan erleichter die Umsetzung in die Realität. Versuchen Sie es doch einmal, oder, wenn Sie dazu eine Frage haben, Schreiben Sie uns, wir helfen Ihnen bei Bedarf: Kontakt

Segen Sie den fertigen Wie-Plan: http://www.freundeskreis-gustav-grossmann.de/mein-wie-plan-77-84